Kommentare, Briefe, Meinungen

An dieser Stelle wollen wir neben unserem Gästebuch den Heimerdinger Bürgern eine weitere Gelegenheit geben, ihre Meinung kund zu tun. Beitragsvorschläge senden Sie bitte an info@suedumfahrung-heimerdingen.de.

19. Juni 2016

Schreiben von Herrn Peter Diedrich an Herrn Verkehrsminister Hermann

 

Sehr geehrter Herr Minister Hermann,

 

seit vielen Jahren warten die Bewohner in Heimerdingen auf den Baustart der ersehnten und dringend notwendigen Umfahrungsstraße. Ich weiß sehr wohl, dass ein derartiges Vorhaben eine relativ lange Zeit der Vorbereitung erfordert, damit alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden. Allerdings können sich viele unter der gegenwärtigen Situation leidenden Bürger nicht des Eindrucks erwehren, dass seitens der zuständigen Politiker, die selbst nicht betroffen sind, die Problementwicklung überhaupt richtig erkannt wurde und sie deswegen das Projekt nicht mit dem nötigen Nachdruck forcieren. Hier spreche ich insbesondere das Verkehrsministerium und Sie als Chef dieser Behörde an. Die Einstellung „man werde bevorzugt in den Ausbau bestehender Straßen investieren“ kann ja durchaus Sinn machen. Nur hilft das im Falle der Verkehrssituation Heimerdingen den Einwohnern in gar keiner Weise.

 

Nach meinem Kenntnisstand sind inzwischen alle wesentlichen Hürden (z. B. Verkehrsgutachten, Gutachten zu Fauna u. Flora, Festlegung des Trassenverlauf, Verhandlungen mit der Nachbargemeinde Hemmingen, Grundstückskauf, Finanzierungsanteil der Stadt Ditzingen und des Landkreises und andere wichtige Punkte) geklärt. Es liegt nun am Land hier endlich „Gas zu geben“.

 

Ich füge diesem Schreiben einen Offenen Brief des Heimerdinger Ortsvorstehers, Ditzingen Anzeiger vom 16. Juni 2016, an. Bitte machen Sie sich die Mühe und lesen Sie dieses Schreiben. Hier wird die derzeitige katastrophale Verkehrssituation treffend beschrieben. Die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen wegen den Immissionen nehmen aufgrund der deutlich erkennbaren steigenden Tendenz der Fahrzeugzahlen, mit sehr hohem Anteil an schweren Lastwagen, signifikant zu.

 

Bitte, sehr geehrter Herr Minister Hermann, helfen Sie den geplagten Bürgern von Heimerdingen und weisen Sie die zuständigen Stellen an, dass es in Sachen Umfahrungsstraße Heimerdingen schnellstens weitergeht.

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter Diedrich

 

Die Antwort kam aber nicht von Winne Hermann, sondern von Herrn MdL Dr. Markus Rösler:

"Liebe Familie Diedrich,

vielen Dank, dass Sie Ihr Schreiben in Kopie auch an mich gesendet haben. Gerne antworte ich Ihnen als Ihrem Wahlkreisabgeordneten darauf. Wie auch Sie sehe ich die innerörtliche Verkehrs-Situation in Heimerdingen als außerordentlich angespannt und extrem belastend an. Die Fahrbahnsanierungen auf der Autobahn führen wohl noch bis November 2016 zu einem extremen Ausweichverkehr, unter dem Sie sehr zu leiden haben. Daher habe ich großes Verständnis für Ihr Anliegen!

 

Zur Frage, wie die Südumgehung von Heimerdingen geführt werden soll, um die Menschen insbesondere in Hemmingen, aber auch in Heimerdingen möglichst von weiterem Durchgangsverkehr zu entlasten:

In den letzten Wochen habe ich mich in enger Abstimmung mit Ihrem Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath sowie dem Hemminger Bürgermeister Thomas Schäfer erfolgreich für einen "Bypass" bei der Südumfahrung von Heimerdingen eingesetzt. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat nach anfänglichem Zögern nun zugestimmt, daß dieser "Bypass" südlich von Heimerdingen gebaut werden darf - damit erhoffen wir uns alle gemeinsam eine deutlich stärkere Umlenkung des Autobahnausweichverkehrs von Rutesheim Richtung B 10 / A 8 außerhalb von Ortsdurchfahrten.

 

Dann zum zeitlichen Horizont der geplanten Baumaßnahme:

Laut Aussage von Oberbürgermeister Makurath erarbeitet die federführend zuständige Stadt Ditzingen derzeit sowohl den sogenannten "Richtlinienentwurf" (RE) für die Baumaßnahme samt Lage- und Höhenplan als auch den erforderlichen dreiteiligen, komplizierten Bebauungsplan.

Ein Bauabschnitt betrifft den Neubau zwischen Heimerdingen und Weißach.

Ein Bauabschnitt betrifft den Neubau zwischen Heimerdingen und Ditzingen - der ist für Sie und Ihre Entlastung entscheidend.

Ein Bauabschnitt betrifft den Neubau/Abzweig Richtung Hemmingen - das ist eine rein kommunal zu finanzierende Maßnahme.
 
Die Stadt Ditzingen wird nach ihren eigenen Angaben mit dem Richtlinienentwurf wohl Ende 2016/Anfang 2017 fertig werden.

Im Verlauf des Jahres 2017 werden diese Planungen seitens des Landes geprüft. Wenn alle Beteiligten sehr schnell arbeiten und alles optimal im Sinne eines unkomplizierten Verfahrens unter korrekter Berücksichtigung aller erforderlichen Belange (Beteiligung Träger öffentlicher Belange, Verkehrsrecht, Naturschutzaspekte, Ausgleichsmaßnahmen…) läuft, könnten die Planungen Ende 2017/Anfang 2018 baureif sein.

 

Es ist also nicht so wie Sie schreiben, daß derzeit das Land am Zug wäre. Das Land wartet derzeit auf die seitens der Stadt Ditzingen erforderliche Zuarbeit für den RE.

Allerdings, und ich muss auf diesen Engpass hinweisen, alles andere wäre schlicht unehrlich, bedarf es in diesem Zusammenhang der Priorisierung im Vergleich zu anderen Baumaßnahmen im Regierungspräsidium Stuttgart, die teils seit Jahrzehnten auf ihre Umsetzung warten. Auch in anderen Orten des Landes hat der Straßenverkehr seit Jahren, seit Jahrzehnten zugenommen und leiden Menschen unter Lärm, Feinstaub, Abgasen, mehr Unfällen und deutlich verringerter Lebensqualität.

Im Zusammenhang mit den ab 2018 geplanten Sanierungsmaßnahmen im Engelbergtunnel, die erneut für Mehr-Belastungen im Raum Rutesheim-Ditzingen-Hemmingen-Münchingen führen werden, bin ich allerdings ausdrücklich der Meinung, daß dies kein "lokales Problem" ist, sondern eine Angelegenheit, die regionale Bedeutung und internationale Ursachen besitzt!

Gemeinsam mit OB Makurath bin ich daher der Meinung, daß der Maßnahmenbeginn für den zweiten Bauabschnitt, der Sie in Heimerdingen entlasten soll und wird, sehr (!) hohe Priorität besitzt.

Diese Position werde ich in Zukunft intensiv bei allen zuständigen Einrichtungen einbringen und mich in Ihrem Sinne einsetzen.

 
Noch ein kleiner Zusatz im Zusammenhang mit der Frage einer Tempo-30-Regelung in Heimerdingen:

Mir ist sehr wohl bewusst, daß im Augenblick allzu häufig selbst Schritttempo nicht erreicht wird. Die von vielen Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Tempo-30-Regelung hätte aber Bedeutung über die aktuelle Situation hinaus. Wir Grüne setzten uns und setzen uns im Bereich der Ortsdurchfahrt Heimerdingen für eine ganztägige Tempo-30-Regelung ein. Leider wurde dies im Technischen Ausschuss am 4.11.2014 sowie im Gemeinderat am 11.11.2014 federführend von der CDU abgelehnt. Auf Initiative unserer Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzenden Doris Renninger wurde dann zumindest mehrheitlich - gegen die CDU - die nächtliche Tempobegrenzung (22 Uhr - 6 Uhr) auf 30 km/h beschlossen. Auch ich unterstütze eine ganztägige Tempo-30-Regelung weiterhin ausdrücklich.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Rösler​"

 

Kommentar (von Bernd Hoffmann):

Die Antwort ist überwiegend wortidentisch mit der Antwort an mich vom 19. Juni 2016.

Neu ist: Herr Dr. Rösler teilt uns hier mit, dass er davon ausgeht, dass sich nach November 2016 das Heimerdinger Verkehrsproblem in Luft auflösen wird. Großer Irrtum:

  1. Man muss nur die Kennzeichen der Autos ablesen, die sich bei uns im Ort täglich stauen.
  2. Bereits vor der Baustelle am Leonberger Dreieck hatten wir jeden Tag Staus im Ort.
  3. Staus am Leonberger Dreieck gab und gibt es schon immer - täglich. Die wird es auch wieder geben, wenn der Fahrbahnbelag erneuert wurde.
  4. Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Die Sanierung des Engelbergtunnels wird sich unmittelbar an die derzeitig Baustelle anschließen.

 

Und schon darf man an dem kommunizierten Engagement von Herrn Dr. Rösler für die Südumfahrung wieder Zweifel haben...

 

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